Herzlich willkommen in Großbritannien!
Das aufregende Großstadtleben in London oder doch lieber die idyllische Hügellandschaft der Cotswolds? Vielleicht studierst du an der renommierten Universität von Oxford? Oder zieht es dich eher in den Norden, wo Edinburgh und die Highlands auf dich warten? Vielleicht schlägt dein Herz für das Landleben, während du dich gleichzeitig nach Meer und Wellenreiten sehnst? In diesem Fall bist du auf der Gower-Halbinsel in Wales genau richtig.
SHORTFACTS
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Tourist
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wake up, make the same mistakes
cycles can be hard to break [private Szene & feste Postreihenfolge]
Datum
09.02.2024
Tageszeit
vormittags
Ort
Old Town WG & draußen
21 Jahre
Student [Englische und Schottische Literatur] & Aushilfe
ungebunden (queer)
katholisch
26 Posts
3 Scenes
offline
Kira
09.02.2024, vormittags
Old Town WG & draußen
Finnian schätzte sich selbst nicht als besonders ernste Persönlichkeit ein; eher wirkte er zurückhaltend, von Natur aus still, stets darum bemüht, nicht ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken, weil das immer mit Ärger verbunden war, und wo Ärger war, da warteten auch Schmerz und Erniedrigung. Also nein, er war nicht ernst, nur sehr vorsichtig, wie ein Beutetier, das durchs Unterholz schlich, mit einem heftig schlagenden Puls unter der Haut, weil nur der kleinste Fehltritt bereits sein Schicksal besiegeln könnte. Sein Vater hatte einmal gesagt, die Welt kenne nur zwei Arten von Menschen: Wölfe und Schafe. Finnian war kein Wolf, aber in seinem Leben war er schon vielen begegnet, war einigen näher gekommen, als ihm lieb gewesen wäre. Diese Begegnungen hatten hässliche Spuren hinterlassen, Erinnerungen, die sich in Fleisch und Gedanken eingebrannt, und zugleich einen schärferen Blick für seine direkte Umgebung erzwungen hatten. Dort, wo er einst beinahe sorglos und naiv durch die Welt gestreift war, zogen sich nun tiefe Schützengräben, sorgfältig ausgehoben, um Schutz vor jenem Artilleriefeuer zu finden, das jederzeit über ihn niederzugehen drohte. Bloß hatte er nicht die leiseste Ahnung, welcher Feind jenseits des Niemandslandes auf ihn lauerte, und obwohl er Howell nicht einzuschätzen wusste, er noch immer ein Fremder für ihn war, bezweifelte Finnian, dass man ihn getrost in die gleiche Schublade werfen konnte, wie all die anderen Männer, die sich mit ihren Bissspuren bereits in seinem Fleisch verewigt hatten. Trotzdem fehlte ihm der Mut, den Kopf über den Rand seines Grabens zu heben, also blieb er dort, zusammengekauert in der schmalen Mulde seiner Vorsicht, die Arme schützend über den Kopf geschlagen, den Körper angespannt unter dem fernen Grollen der Explosionen, bereit, sich noch tiefer zu ducken, nur für den Fall, dass doch wieder Bomben vom Himmel stürzen würden — nur für den Fall.

Ein wenig zu hastig riss Finnian beschwichtigend die Hände nach oben, die in dieser Geste ebenso gut als Abwehr hätten dienen können. „Tut mir Leid, so sollte das gar nicht rüberkommen.“ Etwas beschämter fügte er hinzu: „Ich hatte nur versucht, witzig zu sein.“ Und er hatte ehrlich keine Ahnung, warum. Finnian Baird war nicht lustig, nicht einmal dann, wenn sein Leben davon abhängig gewesen wäre. Weshalb er also ausgerechnet jetzt geglaubt hatte, sich an etwas zu wagen, das offensichtlich außerhalb seiner natürlichen Begabungen lag, blieb ihm schleierhaft; vielleicht eine spontane Eingebung, vielleicht der ungeschickte Wunsch, einen Moment der Leichtigkeit zu schaffen, der ihm am Ende doch nur durch die Finger glitt wie feiner Sand.
Die Anzahl von Howells Badeshorts, von denen er scheinbar tatsächlich mehrere Exemplare zu besitzen schien, kommentierte er nicht weiter. Bereits die Vorstellung, mehr als eine einzige zu besitzen, erschien ihm völlig absurd und übertrieben, doch er ließ es so stehen. Dafür entlockte ihm Howells nächste Äußerung einen undefinierbaren Laut, der zu gleichen Teilen skeptisch und überfordert klang. „Naja … ja?“ Hilflos zuckte er mit den Schultern. Die Idee, sich mit seinen Mitbewohnern ein Schlafzimmer zu teilen, fühlte sich in seiner Vorstellung seltsam intim und übergriffig an, beinahe so, als würde eine unsichtbare Grenze überschritten, die man besser nicht anrührte. Schon jetzt trennte sie kaum mehr als eine dünne Wand voneinander, durch die sich Schritte und Stimmen ihren Weg bahnten. Viel näher musste man sich wirklich kaum kommen, doch es lag Finnian fern, das Thema größer zu machen, als es war. Über sein eigenes Verständnis eines Sleepovers würden sie sicherlich niemals hinauskommen.

Nickend kam er Howells Kaffeebestellung nach und fühlte sich fast wie ein Barista in Ausbildung, als er noch Hafermilch und Zucker in großzügiger Menge in die Tasse gab und schließlich alles mit heißem Wasser aufgoss. Dass Howell sein Heißgetränk mit unter die Dusche nahm, überraschte Finnian dabei schon gar nicht mehr, wie er selbst erstaunt feststellte, als der Ältere sich aus der Küche schob — das war eben Howell.


eine Stunde später


War ziemlich ungemütlich ohne Schal. Ein fröstelndes Zittern kroch ihm den Nacken hinauf, während Finnian das Kinn fester gegen den aufgestellten Kragen seiner Jacke drückte, der wenigstens einen groben Schutz gegen den kühlen Wind bot, der ihnen entgegenpustete. Seine Hände vergruben sich tiefer in den Taschen, wo sie ein wenig Wärme sammelten, während seine Schritte ihn gemeinsam mit Howell in Richtung St Margaret’s Loch trugen. Den gesamten Weg über hatte er dem anderen zugehört, der sich mit sichtlicher Begeisterung in die Rolle des Stadtführers hineingefunden hatte; Howell erklärte, welche Pubs man besser mied, wo sich besonders günstiger Kaffee auftreiben ließ und welche Sehenswürdigkeiten in dieser Ecke der Stadt es wert waren, besichtigt zu werden. Anfangs war Finnian verwirrt gewesen, doch er hatte Howells euphorischen Lauf nicht unterbrechen wollen, darum ließ er ihn weiter machen, obwohl er all das (oder zumindest das meiste davon) bereits wusste. Howell schien noch immer zu glauben, Finnian sei ein Zugezogener und Finnian verspürte nicht die Notwendigkeit, ihn zu korrigieren.

Eine gute halbe Stunde hatte sie der Fußweg von ihrer Wohnung bis zu den Salisbury Crags gekostet, und nun eröffnete sich vor ihnen die ruhige Weite von St Margaret’s Loch, dessen Wasseroberfläche im fahlen Sonnenlicht schimmerte, als läge ein dünnes Tuch aus Silber darüber. Während der Sommermonate zog dieser kleine See für gewöhnlich eine bunte Mischung aus Einheimischen und Touristen an, die sich entlang der Uferwege verteilten, doch an einem kühlen Tag wie diesem zeigte sich der Ort deutlich zurückhaltender. Einzelne Spaziergänger bewegten sich über die Pfade, einige Jogger zogen ihre Bahnen, und hier und da saßen Menschen auf den Bänken, eingehüllt in Jacken und Schals, während der Park trotz der frischen Temperaturen eine unaufdringliche Lebendigkeit verströmte. Finnian ließ den Rucksack von seinen Schultern gleiten und stellte ihn auf eine der Parkbänke, die hier überall bereit standen. Mit einer Hand schirmte er sich die Augen vor der Sonne ab, die hin und wieder durch die Wolken brach. „Sieh mal, ein paar Schwäne sind auch noch hier.“ Dabei deutete er in Richtung des Ufers, wo die großen Vögel in eleganter Ruhe über das Wasser glitten, während sich einige Enten um sie herum verteilten. Ein Großteil der Schwäne hatte sich vermutlich längst an die Küste nach Musselburgh zurückgezogen, wo die Bedingungen im Winter ein wenig freundlicher ausfielen, doch ein paar von ihnen schienen beschlossen zu haben, dem Loch weiterhin treu zu bleiben. „Hast du auch ein paar Fun Facts zu diesem Park?“, fragte er Howell, während er aus seinem Rucksack das Paket mit dem speziellen Futter für Wasservögel hervorholte, um es seiner Begleitung in die Hand zu drücken. Davon hatte er immer etwas in seinem Schrank auf Lager.


24 Jahre
Gelegenheitsjobber & Angehender Stand-up-Comedian
einsamer Clown (queer)
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chulia
09.02.2024, vormittags
Old Town WG & draußen
Noch unter der Dusche stehend hatte Howell über Finnian nachgedacht. Hauptsächlich hatte er sich gefragt, was wohl Finnians Humor war und warum ihre Witze sich manchmal verpassten, wie als würden sie, obwohl sie gemeinsam unterwegs waren, nicht an der gleichen Haltestelle aussteigen und sich wundern, wo der andere geblieben war. Es fuchste ihn, dass er nicht so recht sagen konnte, was er in der Hinsicht mit Finnian falsch machte. Zugleich war Howell nicht bereit dazu, sich davon herunterziehen zu lassen. Wie üblich, verbiss er sich in seinem Vorhaben, das Beste draus zu machen. Er würde Finnian schon noch von sich überzeugen können. Bald wären sie richtig dicke Freunde und dann war alles wieder gut. Nicht, dass es jetzt nicht gut wäre, aber Howell konnte auf jeden Fall das Potenzial sehen, den Raum nach oben sozusagen. Er spürte, dass Finnian ihm gegenüber verhalten war, und das war für ihn einfach verdammt schwer zu akzeptieren, weshalb er es auch einfach ... nicht tat. Er akzeptierte es nicht. Er kämpfte dagegen an.

Wenigstens schien sein Vorschlag, Enten füttern zu gehen, wirklich auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Denn als sie sich schließlich in dicke Jacken verpackt aus der Wohnung begaben und an die Luft traten, hatte er das Gefühl, als wäre Finnian deutlich gelockerter als zuvor. Irgendwie absurd kam es ihm zwar vor, dass ausgerechnet Enten zu füttern ihn aus seinem Schneckenhaus lockte, aber Howell nahm, was er kriegen konnte.
Mehr als das, nutzte er auch die Chance sogleich aus, den Dazugezogenen mit der Gegend bekannt zu machen. Dadurch, dass er an so gut wie jeder Ecke schon mal gejobbt hatte, hatte er auch einige Geschichten zu erzählen - nichts Historisches natürlich, immer eng mit seinem eigenen Leben oder den Leben seiner Freunde verbunden. Er wohnte zwar selbst noch gar nicht so lange hier, wenn man es genau nahm, aber trotzdem hatte Howell das Gefühl, Finnian noch das ein oder andere zeigen zu können. Statt ihn jedoch durch die (um diese Uhrzeit geschlossenen) Bars zu führen oder mit der Einkaufsmeile zu quälen, schlug er alsbald den Weg in Richtung St. Margaret's Loch ein. Ein paar Sehenswürdigkeiten bekam er in seine Erklärungen auch noch untergebracht, betonte aber, dass die zu recht ganz schön überlaufen waren und dass, wenn man den Stadtteil tatsächlich kennenlernen wollte, man sich lieber durch die Pubs trank. Danach kannte man sogar die besten Straßenecken zum Kotzen! "Aber so feuchtfröhlich, wie du gestern unterwegs warst, kennst du dich damit bestimmt schon ganz gut aus", lachte er noch.

Dann breitete sich vor ihnen auch schon der Loch aus, eine klare Wasseroberfläche, in der sich der Himmel und die angrenzende Natur spiegelten. Durch das Wasser schnitten Enten und, ja, auch ein paar Schwänze, die Finnian sofort kommentierte. "Vor denen würde ich mich in Acht nehmen. Wobei die nicht ganz so aggressiv sind wie die Gänse, hab ich das Gefühl." Von den Kanadagänsen war zum Glück gerade nichts zu sehen, aber Howell sah sich trotzdem sehr bewusst um. Er hatte Respekt vor den Tieren, und anscheinend war er auch nicht so gut wie Finnian aufs Entenfüttern vorbereitet, denn alles, was er dabei hatte, war ein altes, trockenes Brötchen, das er sich in die Jackentasche gestopft hatte. Was Finnian hingegen aus seinem Rucksack hervorzog, war eindeutig etwas Gekauftes. "Mein Gott, du bist ja echt Profi", rief Howell leicht verwundert aus. Dann legte er auch schon die Stirn in Falten, während er versuchte, irgendeinen Fun Fact zum Park in den Sinn kam. "Ein Freund von mir ist nach einer durchzechten Nacht hier in der Nähe mal ins Wasser gefallen. Zählt das?" Da drückte Finnian ihm auch schon etwas von dem Entenfutter in die Hand, was Howell dazu verleitete, ihm mit der Schulter einen sanften Schubs gegen den Arm zu verpassen und verlegen zuzugeben: "Als ich das letzte Mal Enten füttern war, war ich bestimmt ... fünf oder so. Was, wenn ich mich dumm anstelle?"