I came, I saw, I panicked, I left
[private Szene & feste Postreihenfolge]
Charaktere
Datum
02.04.2024
Tageszeit
Nachmittag
Ort
Collins & Harrison Townhouse, Stockbridge
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Jules
Es ist 13:21 an einem ungewöhnlich warmen Montag im April und Zoe steht in ihrem Zimmer und denkt: Okay. Das war dumm. Nicht das Fenster-Öffnen an sich, das war eine gute Idee. Frischluft, Frühling, Sonnenschein – all der ganze Kram, der Endorphine nach endlosem Wintergrau auf die Überholspur schicken soll.
Aber jetzt...steht Zoe steht in der Tür, hat noch den Staubwedel in der Hand, mit dem sie durch das Erdgeschoss gewirbelt ist und starrt.
Federn. Auf dem Boden, auf dem Bett, auf dem Schreibtisch. Eine klebt in ihrer Kaffeetasse von heute Morgen. Eine andere schwebt gerade durchs Zimmer, getragen von einem Luftzug, der durchs offene Fenster kommt.
„Was zum…“ Zoe bückt sich und hebt eine Feder - grau und klein- auf, dreht sie zwischen den Fingern hin und her. Sie besitzt keine Federkissen. Ihr Kopfkissen ist aus diesem Memory-Foam-Zeug, das sie mal bei Argos gekauft hat, weil es im Angebot war. Eine Federboa versteckt sich auch nicht in ihrem Kleiderschrank, und selbst wenn: dann wäre sie pink oder gelb, aber nicht grau.
Wie im Autopilotmodus wandern ihre Augen weiter. Ihr Bett. Ihr schönes, ungemachtes, aber eigentlich sauberes Bett.„Nein. NEIN." Jeder Westernheld wär neidisch, so schnell wie Zoe das Handy zückt, denn wenn man als erwachsene Frau in ein riesiges Problem schlittert, ruft man entweder die Eltern – oder, weil weniger peinlich – die Frau an, die einen in zerlöcherten Jogginghosen, Flauschpulli mit Schokoflecken und messy bun kennt.
Zoes Blick klebt an der Matratze, als das Klingeln aufhört und Jennifers Mailbox sie mit ihrem Schlamassel alleine lässt.
„Jennifer, hey, hi, sorry – ich weiß, du hast erst um 2 Feierabend, aber—“ Zoe unterbricht sich und atmet durch. „Okay, also, funny story. Eigentlich nicht funny, eher weird, aber ich war beim Frühjahrsputz und ich hab das Fenster offen gelassen, weil die Sonne geschienen hat und —“
Von oben kommt ein Geräusch. Zoe stoppt und starrt zur Decke. Nichts zu sehen.
"—und jetzt ist mein Zimmer voll mit Federn. Ich hab keine Ahnung, wo die herkommen—"
Wieder so ein komisches Geräusch. Ein Kratzen vom Kleiderschrank?
„Sorry, bin wieder da. Also, Federn überall, und irgendwas—ich weiß nicht, was—aber irgendwas ist in meinem Zimmer. Ich hör's. Es macht Geräusche." Die Augen zusammengekniffen, versucht sie die Quelle ausfindig zu machen, während sich eine Vorahnung breitmacht, die sie wegschieben will, aber: „Oh, fuck."
Eine Silhouette erscheint auf dem Kleiderschrank, direkt neben den Schuhkartons und der Tüte mit ihren Winterpullovern. Ein kleiner Kopf, aus dem verschlagene Augen blinzeln.
"Jennifer," sagt Zoe leise ins Handy. "Jennifer, ich glaub, ich hab ein Problem."
Das Flattern startet so unerwartet, wirbelt so viele Federn auf, dass Zoe prompt zusammenzuckt und einen Schritt rückwärts setzt. Neben dem Kopf taucht ein zweiter auf. Ein Schnabel, aus dem ein leises Gurren durchs Zimmer klingt.
"Es sind Tauben, Jennifer. Tauben. Zwei...nein, drei Stück. In meinem Zimmer. Eine von denen hat auf mein Bett geschissen." Stille, während sie die Vögel mit einer Fassungslosigkeit anstarrt, die der Anwesenheit von fliegenden Dinosauriern auf ihrem Schrank nur gerecht wird. Das Gurren durchschneidet die Stille.
"Hörst du das? DAS ist eine von denen. Die auf dem Schrank. Und die dritte sitzt auf dem Fensterbrett und guckt mich an, als würde ich hier nicht hingehören."
Okay, Jennifer rettet gerade Leben oder so, aber:„Oh Gott, die andere Taube will rein.“ Der Fensterbrettokkupant marschiert schnurstracks drauf los, mit einer Selbstverständlichkeit, die absolut unverschämt ist. Zoe kann gar nicht weggucken, als vom Kleiderschrank ein dumpfes Geräusch ertönt. Die Taube ist offenbar... gesprungen? Springen Tauben?!
"Also... ruf zurück, wenn du kannst? Oder schreib? Sorry, ich weiß, das ist absurd, aber ich hab keine Ahnung, was ich machen soll.“ Konfrontiert mit drei Hausbesetzern, die ihr garantiert jeden Zentimeter versauen, wenn sie versucht, sie mit – freundlicher – Gewalt und Stress hinauszukomplimentieren.
"Ihr könnt jederzeit gehen" , murmelt sie. "Das Fenster ist offen. Einfach... raus."
Zoe starrt die Taube auf dem Fensterbrett an.
Die Taube starrt zurück.
Aber jetzt...steht Zoe steht in der Tür, hat noch den Staubwedel in der Hand, mit dem sie durch das Erdgeschoss gewirbelt ist und starrt.
Federn. Auf dem Boden, auf dem Bett, auf dem Schreibtisch. Eine klebt in ihrer Kaffeetasse von heute Morgen. Eine andere schwebt gerade durchs Zimmer, getragen von einem Luftzug, der durchs offene Fenster kommt.
Wie im Autopilotmodus wandern ihre Augen weiter. Ihr Bett. Ihr schönes, ungemachtes, aber eigentlich sauberes Bett.
Zoes Blick klebt an der Matratze, als das Klingeln aufhört und Jennifers Mailbox sie mit ihrem Schlamassel alleine lässt.
Von oben kommt ein Geräusch. Zoe stoppt und starrt zur Decke. Nichts zu sehen.
Wieder so ein komisches Geräusch. Ein Kratzen vom Kleiderschrank?
Eine Silhouette erscheint auf dem Kleiderschrank, direkt neben den Schuhkartons und der Tüte mit ihren Winterpullovern. Ein kleiner Kopf, aus dem verschlagene Augen blinzeln.
Das Flattern startet so unerwartet, wirbelt so viele Federn auf, dass Zoe prompt zusammenzuckt und einen Schritt rückwärts setzt. Neben dem Kopf taucht ein zweiter auf. Ein Schnabel, aus dem ein leises Gurren durchs Zimmer klingt.
Okay, Jennifer rettet gerade Leben oder so, aber:
"
Zoe starrt die Taube auf dem Fensterbrett an.
Die Taube starrt zurück.
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Ben
Sie knackt die dritte Dose des Tages und inhaliert den Energydrink mit 'ner üblen Grimasse auf'm Gesicht. Zeug schmeckt nich'. Hat's nie getan, wird's auch nie tun. Aber das Gute: muss es auch nicht. Hauptsache, die Brause hält ihr'n Körper lange und zuverlässig genug in der Twilight Zone zwisch'n Kreislaufzusammenbruch und Manie. Beep-boop, Robo Jennifer, boop-beep.
Mit 'nem beachtlichen Wurf aus dem Unterarm versenkt sie die leere Dose im Mülleimer, bevor sie sich 'ne Banane und dann noch eine von der Obstschale nimmt. Wer auch immer die gekauft hat. Und wann. Die Schale is' längst mehr braun als gelb und die Geräte riechen nach süßlich-alkoholischer Fermentation. Jennifer vertilgt die erste praktisch am Stück und hat die and're ungefähr einen ganzen Kopf kürzer gemacht, ehe sie sich gegen einen Tresen der Teeküche lehnt und ihr Handy aus 'ner Tasche ihres Kasacks fummelt. Einfach mal schau'n was so im Tascheninternet passiert is'.
Ein (1) Anruf in Abwesenheit
Voicemail von Zoe.
Jennifer reibt sich mit'm Daumen über die Stirn und legt die zweite Bananenschale neben die erste. Wird sich wieder jemand ärgern, wenn sie vergisst, ihr'n Dreck hinter sich selber herzuräumen. Und sie wird alles abstreiten. So wie immer. Sie dreht die Lautstärke ihres Telefons auf und hält's sich ans Ohr.
Zugeben würd' sie's niemals, vor allem nich' gegenüber Zoe, aber ihr fällt's echt schwer, nicht zu lachen. Ziemlich schwer, sogar. Sie reibt sich die Nase und hört weiter zu. Im zweiten Akt, es werden immer mehr Tauben, beginnt ihr Pager zu piepen. Sie wirft'n Blick drauf, erkennt die Nummer und steckt das Gerät wieder weg. Is' nicht wichtig. Oder vielleicht schon, aber f*ck die Krankenhausverwaltung, soll sich wer anders um Passierschein A38 kümmern.
Mit einem Wischen wählt sie Zoes Nummer.
«Zoe», sagt Jennifer, als der Wählton mit 'nem Knacken endet und sie den Atem ihrer Mitbewohnerin hör'n kann. «Erstens: Atme langsam ein und wieder aus. Ein, aus. Ein, aus», ihre Stimme is' jetzt ihr Notaufnahme-Singsang, ebenso simpel wie effektiv. «Zweitens: Wie schlimm ist es auf einer Skala von 1 bis 10?»
Mit 'nem beachtlichen Wurf aus dem Unterarm versenkt sie die leere Dose im Mülleimer, bevor sie sich 'ne Banane und dann noch eine von der Obstschale nimmt. Wer auch immer die gekauft hat. Und wann. Die Schale is' längst mehr braun als gelb und die Geräte riechen nach süßlich-alkoholischer Fermentation. Jennifer vertilgt die erste praktisch am Stück und hat die and're ungefähr einen ganzen Kopf kürzer gemacht, ehe sie sich gegen einen Tresen der Teeküche lehnt und ihr Handy aus 'ner Tasche ihres Kasacks fummelt. Einfach mal schau'n was so im Tascheninternet passiert is'.
Ein (1) Anruf in Abwesenheit
Voicemail von Zoe.
Jennifer reibt sich mit'm Daumen über die Stirn und legt die zweite Bananenschale neben die erste. Wird sich wieder jemand ärgern, wenn sie vergisst, ihr'n Dreck hinter sich selber herzuräumen. Und sie wird alles abstreiten. So wie immer. Sie dreht die Lautstärke ihres Telefons auf und hält's sich ans Ohr.
Zugeben würd' sie's niemals, vor allem nich' gegenüber Zoe, aber ihr fällt's echt schwer, nicht zu lachen. Ziemlich schwer, sogar. Sie reibt sich die Nase und hört weiter zu. Im zweiten Akt, es werden immer mehr Tauben, beginnt ihr Pager zu piepen. Sie wirft'n Blick drauf, erkennt die Nummer und steckt das Gerät wieder weg. Is' nicht wichtig. Oder vielleicht schon, aber f*ck die Krankenhausverwaltung, soll sich wer anders um Passierschein A38 kümmern.
Mit einem Wischen wählt sie Zoes Nummer.
«Zoe», sagt Jennifer, als der Wählton mit 'nem Knacken endet und sie den Atem ihrer Mitbewohnerin hör'n kann. «Erstens: Atme langsam ein und wieder aus. Ein, aus. Ein, aus», ihre Stimme is' jetzt ihr Notaufnahme-Singsang, ebenso simpel wie effektiv. «Zweitens: Wie schlimm ist es auf einer Skala von 1 bis 10?»
