season of b-sides
[private Szene & feste Postreihenfolge]
Charaktere
Datum
07.02.2024
Tageszeit
Später Nachmittag
Ort
Irgendwo in South Side
1 Posts
1 Scenes
offline
Elli
Damian hatte einen freien Abend. Gefühlt war's der erste seit Wochen. Das stimmte natürlich nicht ganz, er arbeitete im Schichtdienst und kam gelegentlich auch in den Genuss normaler Arbeitszeiten und nicht immer übernahm er an jenen freien Abenden noch kleine Aushilfsjobs, die ihm die freie Zeit wieder raubten. Doch die Abende, an denen tatsächlich nichts anstand, hatte er in den vergangenen Wochen – nein, Monaten – fast immer mit Hailey verbracht. Die gemeinsame Zeit war so rar geworden, seit sie nach Edinburgh gezogen waren, dass sie, wenn weder sie in der Uni saß noch er im Krankenhaus Betten durch die Flure schob, die freie Zeit zusammen verbrachten. Noch drehte sich dabei vieles um die Einrichtung der Wohnung, aber sie waren auch schon im Kino gewesen und hatten sich durch ein paar der bei Studenten beliebten Pubs getestet.
Heute jedoch war seine Freundin – Verlobte – mit neu gewonnenen Freundinnen verabredet und so hatte Damian sich schon vor einigen Tagen mit Georgie verabredet. Vorbei waren die Tage, an denen er sich spontan aufs Fahrrad schwingen und bei seinem besten Freund vorbeiradeln konnte. Mittlerweile musste man damit rechnen, dass er entweder über einer Hausarbeit saß oder ebenfalls die Vorzüge der Großstadt in Augenschein nahm. Kurz hatte Damian überlegt, ob er nicht ein wenig Zeit für sich brauchen konnte, und, ja, vielleicht täte ihm ein entspannter Abend auf dem Sofa wirklich gut. Doch er wusste auch, dass er ganz allein mit sich momentan nicht zur Ruhe kommen würde. Seine Gedanken würden immer wieder zurückkehren zu seinen Bewerbungsgesprächen vor einigen Wochen – hatte er vielleicht etwas falsches gesagt, war er in der Gruppenübung zu zurückhaltend gewesen oder zu forsch, hatte er vielleicht doch einen Ketchupfleck auf seinem Hemd gehabt, der ihm nicht aufgefallen war? Hailey tat ihr Bestes um ihn zu beruhigen, aber bis ihm nicht die Zusage fürs Studium ins digitale Postfach flatterte, würden ihn die Sorgen nicht loslassen.
Also war's für seine Nerven besser, nicht zur Ruhe zu kommen und wenn eines klar war, dann, dass die Gefahr nicht bestand, wenn er mit George unterwegs war. Obwohl der ganz geheimnisvoll getan hatte und sie sich weder bei ihm trafen, noch bei Damian sondern bei einer Adresse irgendwo südlich der Altstadt. Damian war dort schon ein paar Mal während seiner Lieferfahrten mit dem Rad entlang gefahren, aber ihm war nie etwas besonderes aufgefallen. Man hatte einen guten Blick auf Arthur's Seat, aber davon abgesehen war es nicht gerade die schickste Gegen, aber einen Pub gabs dort nicht und nach einem verstecken Club im Hinterhof, in dem man eine aufstrebende kleine Band hören konnte, sah es auch nicht aus.
Damian war einigermaßen durchgefroren, als er bei der Adresse ankam. Immerhin fand er sich mittlerweile recht gut auf dem Rad zurecht. Edinburgh war doch etwas anderes als sein Heimatdorf, das kaum mehr als eine Hand voll Straßen hatte und in dem man sich, falls man in einem Anfall geistiger Umnachtung doch den Weg vergessen hatte, immer durchfragen konnte. Hier waren alle immer so furchtbar beschäftigt. Oder selbst nur Touristen.
Als er um die letzte Ecke bog, sah er Georgie schon. Damien hob die Hand, winkte und kam dann mit quietschen Bremsen (sie brauchten wohl mal wieder Öl) neben seinem besten Freund zum stehen.
"Ist ja 'ne Eiseskälte", meinte er zur Begrüßung. "Ich hoffe, du hast 'nen guten Plan." Erst nachdem er vom Rad abgestiegen war und sich etwas dramatisch die trotz Handschuhen frierenden Finger gerieben hatte, meinte er: "Bin froh, dass das heute geklappt hat." Was soviel hieß wie Hey, es freut mich wahnsinnig, dich zu sehen. Wir haben ja schon viel zu lange nichts mehr miteinander unternommen. Wie die Zeit bloß rast! Nur mit weniger Worten. Damian hatte es nicht so mit Worten. Aber weil Georgie ihn meistens trotzdem verstand, waren sie wohl Freunde geworden.
Heute jedoch war seine Freundin – Verlobte – mit neu gewonnenen Freundinnen verabredet und so hatte Damian sich schon vor einigen Tagen mit Georgie verabredet. Vorbei waren die Tage, an denen er sich spontan aufs Fahrrad schwingen und bei seinem besten Freund vorbeiradeln konnte. Mittlerweile musste man damit rechnen, dass er entweder über einer Hausarbeit saß oder ebenfalls die Vorzüge der Großstadt in Augenschein nahm. Kurz hatte Damian überlegt, ob er nicht ein wenig Zeit für sich brauchen konnte, und, ja, vielleicht täte ihm ein entspannter Abend auf dem Sofa wirklich gut. Doch er wusste auch, dass er ganz allein mit sich momentan nicht zur Ruhe kommen würde. Seine Gedanken würden immer wieder zurückkehren zu seinen Bewerbungsgesprächen vor einigen Wochen – hatte er vielleicht etwas falsches gesagt, war er in der Gruppenübung zu zurückhaltend gewesen oder zu forsch, hatte er vielleicht doch einen Ketchupfleck auf seinem Hemd gehabt, der ihm nicht aufgefallen war? Hailey tat ihr Bestes um ihn zu beruhigen, aber bis ihm nicht die Zusage fürs Studium ins digitale Postfach flatterte, würden ihn die Sorgen nicht loslassen.
Also war's für seine Nerven besser, nicht zur Ruhe zu kommen und wenn eines klar war, dann, dass die Gefahr nicht bestand, wenn er mit George unterwegs war. Obwohl der ganz geheimnisvoll getan hatte und sie sich weder bei ihm trafen, noch bei Damian sondern bei einer Adresse irgendwo südlich der Altstadt. Damian war dort schon ein paar Mal während seiner Lieferfahrten mit dem Rad entlang gefahren, aber ihm war nie etwas besonderes aufgefallen. Man hatte einen guten Blick auf Arthur's Seat, aber davon abgesehen war es nicht gerade die schickste Gegen, aber einen Pub gabs dort nicht und nach einem verstecken Club im Hinterhof, in dem man eine aufstrebende kleine Band hören konnte, sah es auch nicht aus.
Damian war einigermaßen durchgefroren, als er bei der Adresse ankam. Immerhin fand er sich mittlerweile recht gut auf dem Rad zurecht. Edinburgh war doch etwas anderes als sein Heimatdorf, das kaum mehr als eine Hand voll Straßen hatte und in dem man sich, falls man in einem Anfall geistiger Umnachtung doch den Weg vergessen hatte, immer durchfragen konnte. Hier waren alle immer so furchtbar beschäftigt. Oder selbst nur Touristen.
Als er um die letzte Ecke bog, sah er Georgie schon. Damien hob die Hand, winkte und kam dann mit quietschen Bremsen (sie brauchten wohl mal wieder Öl) neben seinem besten Freund zum stehen.
"Ist ja 'ne Eiseskälte", meinte er zur Begrüßung. "Ich hoffe, du hast 'nen guten Plan." Erst nachdem er vom Rad abgestiegen war und sich etwas dramatisch die trotz Handschuhen frierenden Finger gerieben hatte, meinte er: "Bin froh, dass das heute geklappt hat." Was soviel hieß wie Hey, es freut mich wahnsinnig, dich zu sehen. Wir haben ja schon viel zu lange nichts mehr miteinander unternommen. Wie die Zeit bloß rast! Nur mit weniger Worten. Damian hatte es nicht so mit Worten. Aber weil Georgie ihn meistens trotzdem verstand, waren sie wohl Freunde geworden.
