Stop at the station, share a bottle of Coke
You know it tastes so much sweeter when you don't drink it alone [private Szene & feste Postreihenfolge]
Charaktere
Datum
10.03.2024
Tageszeit
Nach 1 Uhr Nachts
Ort
Independent-Kino
7 Posts
2 Scenes
offline
Elli
Aisling tippte kurz auf ihr Handy. Kurz nach 1 Uhr, zeigte die Uhr an. Der letzte Film hatte gerade geendet und noch standen hier und da im Foyer noch Grüppchen an Besuchern, die sich über das gesehene austauschten oder vielleicht Pläne für morgen machten. Doch lange würde es nicht mehr dauern, bis sich auch der letzte Besucher auf den Heimweg machte. Hoffentlich. Denn damit endete Aislings Arbeitstag noch nicht. Ihr Stand wollte zusammengepackt werden, die Flaschen mit Gin und anderen Spirituosen in Lager gebracht und zu guter Letzt noch die Einnahmen des heutigen Tages zurück ins Büro gefahren werden. Der Weg dorthin war nicht weit, dennoch hatte sie sich vorgenommen, ein Taxi zu nehmen. Eine Geldkassette mit mehreren Hundert Pfund auf dem Rad durch die nächtlichen Straßen zu transportieren, das erschien ihr irgendwie … falsch.
Es sollte noch eine gute halbe Stunde dauern, bis sich das Foyer so weit geleert hatte, das ans Aufräumen überhaupt zu denken war. Morgen, so hoffte sie, würde es schneller gehen – nach dem Ende des Festivals würde sie schließlich auch den ganzen Stand abbauen und in den Transporter stapeln müssen, inklusive aller Getränke- und Geschirrkisten. (Sie befürchtete jedoch, dass die Gespräche am nächsten Abend jedoch eher noch länger und bis weit in den Montag hinein dauern würden. Die wenigsten der Besucher hatten so ausgesehen, als müssten sie an einem Montag Morgen pünktlich um 9 Uhr an einem Schreibtisch aufkreuzen.) Für den Moment reichte es, die verstreut herumstehenden Gläser einzusammeln, die vom zu schwungvollen Einschenken etwas klebrigen Tresen abzuwischen und das durchs ganze Foyer getragene Popcorn zusammen zu kehren.
Die letzten, hartnäckig ausharrenden Gäste verließen das Kino erst, als sie gewissermaßen mit den Popcornkrümeln herausgefegt wurden, und einen Moment später verkündete die dunkelhaarige Frau, die den Besen geschwungen hatte: "Wenn ihr hier fertig seid, sagt Bescheid, dann schließe ich ab. Ich warte im Büro." Rachel, so erinnerte sich Aisling, war die Leiterin des Kinos, das seine Räumlichkeiten für das Festival zur Verfügung gestellt hatte. Ihr Job war für heute wohl getan.
Aisling hingegen hatte noch einige Kisten zu sortieren. Abgeholt und gegen frisches Geschirr getauscht werden würden sie erst morgen, aber sie wollte jetzt schon alles soweit vorbereiten, dass sich morgen niemand beschwerte. Und das war mühsam. Die Blondhaarige seufzte, weil die Kollegin, die den Stand vor ihr betreut hatte, nicht alle Gläser korrekt einsortiert hatte, obwohl sie es ihr am vorherigen Abend mindestens drei Mal erklärt hatte. Die hohen Gläser in die grauen, die bauchigen Gläser in die blauen Kisten – so schwer konnte das doch nicht sein.
Es war still geworden im Foyer. Aisling sah sich um. Die meisten anderen Helfer schienen für heute fertig zu sein, doch ihr gegenüber hantierte ein junger Mann gerade an den Filmplakaten herum und schien die heute gezeigten Filme gegen das morgige Programm auszutauschen. Er war ihr schon aufgefallen, weil er den ganzen Tag immer irgendwo im Hintergrund herumgewuselt war. Zunächst hatte sie angenommen, dass er zu einer der Crews gehörte, deren Film gezeigt wurde – irgendetwas hatte er so an sich – aber anscheinend war er Teil des Orgamisationsteams.
"Hey, uhm, Ed…ison", sprach sie in die geschäftige Stille hinein und hoffte, dass sie den richtigen Namen aufgeschnappt hatte. "Macht es dir etwas aus, wenn ich Musik anmache?"
Ihre Frage fußte natürlich nur auf der Tatsache, dass sich mit beschwingter Musik die Arbeit etwas leichter verrichten ließ und sie die sich anbahnende Müdigkeit vertrieb. Es hatte rein gar nichts damit zu tun, dass Aisling nicht gut mit Stille klar kam, vor allem nicht, wenn eine andere Person anwesend war, mit der man reden könnte.
Dementsprechend wartete sie nicht lange, sondern kramte in ihrer Tasche bereits nach dem kleinen Bluetoothlautsprecher, der zwar nur marginal besser klang als ihr Handy, aber immerhin lauter war. Ein leises Piepen bestätigte, dass die Geräte gekoppelt waren, eine passende Playlist hatte sie ebenfalls heraus gesucht, ihr Finger hoverte bereits über dem Play-Button. Fehlte nur noch Edison Einverständnis. Damit es daran nicht scheiterte, tat Aisling, was sie mehr oder unbewusst immer tat, wenn sie irgendetwas wollte: die Unterarme auf den Tresen gestützt beugte sie sich ein wenig vor und sah den jungen Mann aus großen Augen an. Man konnte das Klimpern ihrer Wimpern regelrecht hören, auch, wenn sie nicht so verzweifelt war, um zu solchen Methoden zu greifen.
Es sollte noch eine gute halbe Stunde dauern, bis sich das Foyer so weit geleert hatte, das ans Aufräumen überhaupt zu denken war. Morgen, so hoffte sie, würde es schneller gehen – nach dem Ende des Festivals würde sie schließlich auch den ganzen Stand abbauen und in den Transporter stapeln müssen, inklusive aller Getränke- und Geschirrkisten. (Sie befürchtete jedoch, dass die Gespräche am nächsten Abend jedoch eher noch länger und bis weit in den Montag hinein dauern würden. Die wenigsten der Besucher hatten so ausgesehen, als müssten sie an einem Montag Morgen pünktlich um 9 Uhr an einem Schreibtisch aufkreuzen.) Für den Moment reichte es, die verstreut herumstehenden Gläser einzusammeln, die vom zu schwungvollen Einschenken etwas klebrigen Tresen abzuwischen und das durchs ganze Foyer getragene Popcorn zusammen zu kehren.
Die letzten, hartnäckig ausharrenden Gäste verließen das Kino erst, als sie gewissermaßen mit den Popcornkrümeln herausgefegt wurden, und einen Moment später verkündete die dunkelhaarige Frau, die den Besen geschwungen hatte: "Wenn ihr hier fertig seid, sagt Bescheid, dann schließe ich ab. Ich warte im Büro." Rachel, so erinnerte sich Aisling, war die Leiterin des Kinos, das seine Räumlichkeiten für das Festival zur Verfügung gestellt hatte. Ihr Job war für heute wohl getan.
Aisling hingegen hatte noch einige Kisten zu sortieren. Abgeholt und gegen frisches Geschirr getauscht werden würden sie erst morgen, aber sie wollte jetzt schon alles soweit vorbereiten, dass sich morgen niemand beschwerte. Und das war mühsam. Die Blondhaarige seufzte, weil die Kollegin, die den Stand vor ihr betreut hatte, nicht alle Gläser korrekt einsortiert hatte, obwohl sie es ihr am vorherigen Abend mindestens drei Mal erklärt hatte. Die hohen Gläser in die grauen, die bauchigen Gläser in die blauen Kisten – so schwer konnte das doch nicht sein.
Es war still geworden im Foyer. Aisling sah sich um. Die meisten anderen Helfer schienen für heute fertig zu sein, doch ihr gegenüber hantierte ein junger Mann gerade an den Filmplakaten herum und schien die heute gezeigten Filme gegen das morgige Programm auszutauschen. Er war ihr schon aufgefallen, weil er den ganzen Tag immer irgendwo im Hintergrund herumgewuselt war. Zunächst hatte sie angenommen, dass er zu einer der Crews gehörte, deren Film gezeigt wurde – irgendetwas hatte er so an sich – aber anscheinend war er Teil des Orgamisationsteams.
"Hey, uhm, Ed…ison", sprach sie in die geschäftige Stille hinein und hoffte, dass sie den richtigen Namen aufgeschnappt hatte. "Macht es dir etwas aus, wenn ich Musik anmache?"
Ihre Frage fußte natürlich nur auf der Tatsache, dass sich mit beschwingter Musik die Arbeit etwas leichter verrichten ließ und sie die sich anbahnende Müdigkeit vertrieb. Es hatte rein gar nichts damit zu tun, dass Aisling nicht gut mit Stille klar kam, vor allem nicht, wenn eine andere Person anwesend war, mit der man reden könnte.
Dementsprechend wartete sie nicht lange, sondern kramte in ihrer Tasche bereits nach dem kleinen Bluetoothlautsprecher, der zwar nur marginal besser klang als ihr Handy, aber immerhin lauter war. Ein leises Piepen bestätigte, dass die Geräte gekoppelt waren, eine passende Playlist hatte sie ebenfalls heraus gesucht, ihr Finger hoverte bereits über dem Play-Button. Fehlte nur noch Edison Einverständnis. Damit es daran nicht scheiterte, tat Aisling, was sie mehr oder unbewusst immer tat, wenn sie irgendetwas wollte: die Unterarme auf den Tresen gestützt beugte sie sich ein wenig vor und sah den jungen Mann aus großen Augen an. Man konnte das Klimpern ihrer Wimpern regelrecht hören, auch, wenn sie nicht so verzweifelt war, um zu solchen Methoden zu greifen.
