but is there something more than that?
[private Szene & feste Postreihenfolge]
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Carii
Keine Widerrede, so gefällt ihr das. Doch auch sein seemännisches Gehabe sorgt für ein zufriedenes Zucken in den Mundwinkeln. Das schwindet erst, als Selma bewusst wird, dass sie sich hier ganz salopp verquatscht hat. Aber wenn der aufmerksame Blick die Reaktionen in seinem Gesicht abliest, scheint das laute Lachen am Nachbartisch ihren Fauxpas geschluckt zu haben. Naja, wir verschaffen uns auf Distanz nochmal ein Bild davon. An der Bar angekommen, schiebt sie die Arme auf das glänzende Furnier und lässt den Mann auf der anderen Seite wissen, was sie gerne hätte. Während der Bourbon in ein Glas fließen lässt, dreht sich das Kinn zum mauscheligen Platz für zwei. Das Licht eines Displays wirft bläuliche Schatten auf Gesichtzüge und Selma würde zu gerne wissen, was die feinen Linien auf Louis’ Stirn zu bedeuten haben. Grübelt er bloß über Neuigkeiten oder ihren Hinweis. Ein Lächeln überspielt ihre Studie, als er zu ihr rüber sieht und bevor er sich beobachtet fühlt, wendet sie lieber den Kopf ab.
Auf dem Weg zurück zu ihrem Tisch begleiten Selma ein zeitloser Cocktail und ein schottisches Lager. Sie stellt beide Gläser zwischen ihnen auf der Tischplatte ab, lässt sich wieder auf ihren Stuhl sinken. Natürlich könnte sie nun ganz galant versuchen, den Elefant im Raum, den sie höchstpersönlich herangelockt hat, zu ignorieren. Aber nein, was Selma gerade am wenigsten will, ist Louis ein ungutes Gefühl geben. Ein Trinkspruch muss erstmal warten. “Lass mich die Randnotiz kurz aus der Welt schaffen, ok?”, in den grünen Augen liegt ein milder Ausdruck, als sie die Aufmerksamkeit in den Gewässern gegenüber sucht. “Die Karten waren ein Geschenk. Von einem Bekannten, also, einem Typen, den ich ein paar Mal getroffen habe. Keine ernsthafte Sache, ein paar zwanglose… ist ja auch gar nicht so wichtig”, ein Kopfschütteln begleitet ihre Worte, als sie sich selbst ausbremst und sich auf das Wesentliche konzentriert. Denn was interessiert Louis ihr klägliches Liebesleben. “Wie auch immer”, fährt sie fort und mit einer Bewegung aus dem Handgelenk schiebt sie die wirklich unwichtigen Details aus dem Weg. Und beobachtete die eigenen Finger dabei, wie sie sich um den Rand vom Pint legen. Mit dem Zeigefinger tippt sie gegen die dünne Glaswand. “Ich wurde geghostet”, sagt sie und bleibt dabei ganz sachlich. Aus den schmalen Schultern löst sich ein Zucken, denn wenn Selma in sich reinhört, macht der plötzliche Kontaktabbruch gar nicht so viel mit ihr. Nein, vielleicht ist sie Ewan aus Leith sogar ein kleines bisschen dankbar für sein (respektloses) Verhalten. So bleibt ihr immerhin ein klärendes Gespräch erspart.
“Ich hät’ sowieso abgesagt”, nachdem sich Louis für seinen Besuch in Schottland angekündigt hat. Aber klingt das überzeugend? Für den langjährigen Freund aus London würde Selma alles stehen und liegen lassen, selbst wenn Ewan aus Leith sich als gute Partie erwiesen hätte. Nach dem nächsten Wimpernschlag löst sie sich von den Bläschen, die in ihrem Glas an die Oberfläche tänzeln und sieht in Louis’ Gesicht. “Du bist in London, ich in Edinburgh. Da sind unsere Jobs. Meine Mum.” Wenn gemeinsame Zeit zu einem kostbaren Gut wird. Zwei Jahre liegt der Umzug in die Heimat zurück und doch erwischt sie sich regelmäßig bei wehmütigen Gedanken, wenn sie daran denkt, wen sie in der englischen Metropole zurückgelassen hat. “Ich freu’ mich immer, wenn wir Zeit zusammen verbringen können.” Um die Lippen ein aufrichtiger Zug, als sie den Oberkörper ein wenig über den Tisch beugt. Fast ein wenig verschwörerisch, wenn sie so von unten seinen direkten Blick sucht. “Bitte denk nicht, dass du meine zweite Wahl bist, Louis. Das bist du nämlich nicht”, in einer ruhigen Geste legt sie die Finger um seine Hände, drückt sanft zu, um dem nächsten Wort noch ein wenig mehr Bedeutung mitzugeben. “Niemals.” Dick auftragen, meinen die einen. Das Herz sprechen lassen, meint Selma. Wenn sie ihm jetzt noch ein warmes Lächeln schenkt, ist die Sache bestimmt vergeben und vergessen.
Auf dem Weg zurück zu ihrem Tisch begleiten Selma ein zeitloser Cocktail und ein schottisches Lager. Sie stellt beide Gläser zwischen ihnen auf der Tischplatte ab, lässt sich wieder auf ihren Stuhl sinken. Natürlich könnte sie nun ganz galant versuchen, den Elefant im Raum, den sie höchstpersönlich herangelockt hat, zu ignorieren. Aber nein, was Selma gerade am wenigsten will, ist Louis ein ungutes Gefühl geben. Ein Trinkspruch muss erstmal warten. “Lass mich die Randnotiz kurz aus der Welt schaffen, ok?”, in den grünen Augen liegt ein milder Ausdruck, als sie die Aufmerksamkeit in den Gewässern gegenüber sucht. “Die Karten waren ein Geschenk. Von einem Bekannten, also, einem Typen, den ich ein paar Mal getroffen habe. Keine ernsthafte Sache, ein paar zwanglose… ist ja auch gar nicht so wichtig”, ein Kopfschütteln begleitet ihre Worte, als sie sich selbst ausbremst und sich auf das Wesentliche konzentriert. Denn was interessiert Louis ihr klägliches Liebesleben. “Wie auch immer”, fährt sie fort und mit einer Bewegung aus dem Handgelenk schiebt sie die wirklich unwichtigen Details aus dem Weg. Und beobachtete die eigenen Finger dabei, wie sie sich um den Rand vom Pint legen. Mit dem Zeigefinger tippt sie gegen die dünne Glaswand. “Ich wurde geghostet”, sagt sie und bleibt dabei ganz sachlich. Aus den schmalen Schultern löst sich ein Zucken, denn wenn Selma in sich reinhört, macht der plötzliche Kontaktabbruch gar nicht so viel mit ihr. Nein, vielleicht ist sie Ewan aus Leith sogar ein kleines bisschen dankbar für sein (respektloses) Verhalten. So bleibt ihr immerhin ein klärendes Gespräch erspart.
“Ich hät’ sowieso abgesagt”, nachdem sich Louis für seinen Besuch in Schottland angekündigt hat. Aber klingt das überzeugend? Für den langjährigen Freund aus London würde Selma alles stehen und liegen lassen, selbst wenn Ewan aus Leith sich als gute Partie erwiesen hätte. Nach dem nächsten Wimpernschlag löst sie sich von den Bläschen, die in ihrem Glas an die Oberfläche tänzeln und sieht in Louis’ Gesicht. “Du bist in London, ich in Edinburgh. Da sind unsere Jobs. Meine Mum.” Wenn gemeinsame Zeit zu einem kostbaren Gut wird. Zwei Jahre liegt der Umzug in die Heimat zurück und doch erwischt sie sich regelmäßig bei wehmütigen Gedanken, wenn sie daran denkt, wen sie in der englischen Metropole zurückgelassen hat. “Ich freu’ mich immer, wenn wir Zeit zusammen verbringen können.” Um die Lippen ein aufrichtiger Zug, als sie den Oberkörper ein wenig über den Tisch beugt. Fast ein wenig verschwörerisch, wenn sie so von unten seinen direkten Blick sucht. “Bitte denk nicht, dass du meine zweite Wahl bist, Louis. Das bist du nämlich nicht”, in einer ruhigen Geste legt sie die Finger um seine Hände, drückt sanft zu, um dem nächsten Wort noch ein wenig mehr Bedeutung mitzugeben. “Niemals.” Dick auftragen, meinen die einen. Das Herz sprechen lassen, meint Selma. Wenn sie ihm jetzt noch ein warmes Lächeln schenkt, ist die Sache bestimmt vergeben und vergessen.
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Kira
Dankbar wird der Cocktail entgegengenommen, kaum dass Selma sich wieder an ihren Tisch begeben hat. Da schlingen sich die Finger ums Glas, suchen Halt, nachdem das Telefon zurück in die Jackentasche geglitten ist. Er war kurz versucht, auf eine Mail zu antworten, kann sich dann aber doch mit sich selbst darüber einig werden, dass es in Ordnung ist, diese noch ein paar Stunden länger liegen zu lassen. Davon wird die Welt schon nicht untergehen — und falls doch, dann fühlt er sich verdammt geschmeichelt, denn was für wichtige Leute hat er denn dann in seinen Kontaktdaten eingespeichert? Fast ist er versucht, darüber einen Scherz vom Stapel zu lassen, ein bisschen die Stimmung zu heben, auch wenn er kaum glaubt, dass Selmas Stimmung ähnlich verhagelt ist wie die seine, doch er kommt nicht einmal weit genug, um sich einen cleveren Anfang einfallen zu lassen. Es ist Selma, die gekonnt über die Wogen balanciert, den Blick dabei fest auf sein Gesicht gerichtet. Es könnte ihm peinlich sein, dass sie diesen kleinen Stimmungsumschwung in ihm registriert hat, aber im Grunde ist er nur gerührt davon. Sie kennt ihn einfach zu gut, weiß, wann ihn etwas beschäftigt, wann man etwas sagen sollte und wann man es besser bleiben lässt. In diesem Fall ist Louis froh, dass sie mit ihren Worten aufräumt, versucht, ihm die Zweifel zu nehmen, die gar kein Recht darauf haben, überhaupt zu existieren. Es sollte ihm egal sein, dass sie sich mit anderen Leuten, anderen Männern, trifft; das ist ihr gutes Recht, immerhin sind sie zwei nur Freunde. Entsprechend ist das warme Gefühl in seiner Brust vollkommen unangebracht, als sie ihm eröffnet, geghostet worden zu sein. Du Arschloch, denkt Louis, und er könnte natürlich den Mann meinen, der Selma einfach hat sitzen lassen, aber eigentlich richtet sich der Vorwurf gegen ihn selbst. Seine Freundin wird einfach wortlos liegengelassen, und er freut sich darüber? Wie schäbig. Absolut schäbig. Ein Glück, dass er ein Künstler des Mienenspiels ist, sich nicht anmerken lässt, wie er wirklich darüber denkt. Stattdessen verzieht er leicht das Gesicht, lässt die Miene irgendwo zwischen Missmut und Bedauern versteinern, die hoffentlich richtig zum Ausdruck bringt, dass er gar nicht glauben kann, was er da hört. Kann er auch nicht. Wer zum Teufel lässt eine Frau wie Selma sitzen? Da muss man schon heftig auf den Kopf gefallen sein. Armer Kerl, dessen Platz er an diesem Abend eingenommen hat.
Er will ihr sagen, wie leid ihm das tut, auch wenn das eine glatte Lüge wäre, will ihr beteuern, dass es sicher nicht an ihr liegt, sondern an dem Typ, der scheinbar selbst dann nicht begreift, den absoluten Jackpot gewonnen zu haben, wenn man ihn ihm direkt ins Gesicht schlagen würde. Stattdessen klettern seine Augenbrauen in die Höhe, als sie einräumt, ebenfalls hätte absagen zu wollen. Geduldig lässt er sie aussprechen, lässt sie noch einmal verdeutlichen, dass sich vieles in den letzten zwei Jahren verändert hat, dass vieles komplizierter geworden ist — vieles aber auch nicht, wie ihre Finger verraten, die sich um seine Hände schließen, sanft zudrücken. Louis weiß nicht so genau, wie er all das einkategorisieren soll. Es stimmt natürlich, die Distanz zwischen ihnen wird immer ein Problem sein, umso kostbarer macht es die wenigen Momente, die man füreinander erübrigen kann. Er spürt eine verräterische Hitze in seinem Nacken, in seinen Ohren, und er muss verlegen den Blick abwenden, zurück auf den Old Fashioned zwischen ihnen.
„Schon gut, das hab ich nicht gedacht“, versichert er nach einem Augenblick, in dem er hilflos nach Worten gesucht hat. Ein bisschen ungelenk befreit er eine Hand aus Selmas Griff, tätschelt damit sacht ihren Handrücken, drückt kurz zurück und verzerrt die Mundwinkel zu einem breiten Lächeln. „Aber erlaubst du mir, deinen Männergeschmack einmal kritisch zu hinterfragen? Was für ein Armleuchter, wenn der Kerl dich einfach ghostet.“ Das muss noch raus, einmal Luft machen. Schnell weiter im Text, denn sonst wird er nur wieder die ganze Nacht wach liegen und über den Verlauf dieses Abends nachdenken, sich die ganze nächste Woche darüber den Kopf zerbrechen, Was-wäre-wenn's ausspinnen und sich elendig darin verheddern. Entschlossen, solche Gefühle für diesen Abend auszusperren, prostet er Selma mit seinem Glas zu, zwinkert dann verspielt. „Dann vielen Dank für die Einladung, das weiß ich sehr zu schätzen.“ Der nächste Drink würde dann allerdings auf ihn gehen.
Er will ihr sagen, wie leid ihm das tut, auch wenn das eine glatte Lüge wäre, will ihr beteuern, dass es sicher nicht an ihr liegt, sondern an dem Typ, der scheinbar selbst dann nicht begreift, den absoluten Jackpot gewonnen zu haben, wenn man ihn ihm direkt ins Gesicht schlagen würde. Stattdessen klettern seine Augenbrauen in die Höhe, als sie einräumt, ebenfalls hätte absagen zu wollen. Geduldig lässt er sie aussprechen, lässt sie noch einmal verdeutlichen, dass sich vieles in den letzten zwei Jahren verändert hat, dass vieles komplizierter geworden ist — vieles aber auch nicht, wie ihre Finger verraten, die sich um seine Hände schließen, sanft zudrücken. Louis weiß nicht so genau, wie er all das einkategorisieren soll. Es stimmt natürlich, die Distanz zwischen ihnen wird immer ein Problem sein, umso kostbarer macht es die wenigen Momente, die man füreinander erübrigen kann. Er spürt eine verräterische Hitze in seinem Nacken, in seinen Ohren, und er muss verlegen den Blick abwenden, zurück auf den Old Fashioned zwischen ihnen.
„Schon gut, das hab ich nicht gedacht“, versichert er nach einem Augenblick, in dem er hilflos nach Worten gesucht hat. Ein bisschen ungelenk befreit er eine Hand aus Selmas Griff, tätschelt damit sacht ihren Handrücken, drückt kurz zurück und verzerrt die Mundwinkel zu einem breiten Lächeln. „Aber erlaubst du mir, deinen Männergeschmack einmal kritisch zu hinterfragen? Was für ein Armleuchter, wenn der Kerl dich einfach ghostet.“ Das muss noch raus, einmal Luft machen. Schnell weiter im Text, denn sonst wird er nur wieder die ganze Nacht wach liegen und über den Verlauf dieses Abends nachdenken, sich die ganze nächste Woche darüber den Kopf zerbrechen, Was-wäre-wenn's ausspinnen und sich elendig darin verheddern. Entschlossen, solche Gefühle für diesen Abend auszusperren, prostet er Selma mit seinem Glas zu, zwinkert dann verspielt. „Dann vielen Dank für die Einladung, das weiß ich sehr zu schätzen.“ Der nächste Drink würde dann allerdings auf ihn gehen.
